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Was hilft gegen Spinnmilben?

Spinnmilben saugen nicht an den Leitungsbahnen, sondern an den Zellen der Pflanze. Daher sind sie nicht durch Mittel zu bekämpfen, die systemisch in die Pflanze eingebracht werden. Spinnmilben lassen sich durch das Sprühen von ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Sie müssen allerdings genau getroffen werden, damit diese Mittel wirken.
Biologisch und sehr effizient helfen Raubmilben bei Spinnmilben-Befall. Diese suchen die Schädlinge aktiv auf und können sogar den gesamten Befall eindämmen. Der fachlich geschulte Raumbegrüner kann eine solche biologische Pflanzenschutzmaßnahme koordinieren.

 

Raubmilben helfen bei Spinnmilbenbefall

 Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

 

Was ist biologischer Pflanzenschutz?

In der Raumbegrünung lassen sich verschiedene Maßnahmen unter dem biologischen Pflanzenschutz zusammenfassen.
Primär sind das die vorbeugenden und mechanischen Pflegearbeiten: Das Entfernen von abgestorbenen Ästen und Laub, das Säubern der Gefäße, der fachgerechte Rückschnitt und ein korrektes Gießverhalten reduzieren die Gefahr, dass sich Schädlinge ansiedeln können.
Zudem besitzen viele biologische Pflegemittel vorbeugende Eigenschaften, die einen aufkommenden Schädlingsbefall eindämmen oder gar verhindern können. Beispielsweise beinhalten viele dieser Mittel Öle, die sich über Eier und Larven von Schädlingen legen und sie so ersticken.
Nützlinge sind natürliche, biologische Gegenspieler von Schädlingen, die vor allem bei Großanlagen oder Vertikalbegrünungen gut zum vorbeugenden biologischen Pflanzenschutz eingesetzt werden können. Hier sollte der fachliche Rat professioneller Raumbegrüner eingeholt werden, damit der wirkungsvollste Nützling gegen die entsprechenden Schädlinge ausgebracht wird.
Auch stärkerer Befall lässt sich durch eine Kombination aus umweltfreundlichen Ölpräparaten und dem anschließenden Einsatz von Nützlingen biologisch bekämpfen. Solche Arbeiten sollten von fachlich geschultem Personal ausgeführt werden, um eine möglichst hohe Effizienz zu erzielen.

 

Pflegearbeiten an Zimmerpflanzen reduzieren den Schädlingsbefall

Welche Schädlinge gibt es in der Innenraumbegrünung?

Das trockene und warme Büroklima bietet einer Vielzahl von Schädlingen ideale Lebensbedingungen.
Weder Wind noch Regen, natürliche Fressfeinde oder große Temperaturunterschiede machen den Pflanzenschädlingen in Räumen zu schaffen.
Vor allem verschiedene Laus-, Thrips- und Milbenarten können sich an den Pflanzen ausbreiten und durch saugende und fressende Tätigkeiten Schaden anrichten. Sie sind in der Regel so klein, dass für das menschliche Auge nur das Schadbild sichtbar wird, über welches Rückschlüsse auf den Schaderreger und dessen Bekämpfung gezogen werden. Hier ist ein frühzeitiges Erkennen sehr wichtig, da ein starker Befall nur mit sehr hohem Aufwand oder gar nicht mehr behoben werden kann. Der geschulte Blick eines Raumbegrüners ist sehr hilfreich. Werden die Pflanzen in eine professionelle Pflege gegeben, lassen sich die meisten Befallsherde frühzeitig eindämmen oder gar verhindern.

 

 Blattlausbefall an einem jungen Trieb

Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

Wie bekämpfe ich Pflanzenschädlinge im Innenraum?

Grob betrachtet gibt es drei verschiedene Möglichkeiten einen Schädlingsbefall zu bekämpfen:

1. Der mechanische Pflanzenschutz ist ein erster und wichtiger Schritt. Hierbei werden die befallenen Blätter und Triebe entfernt, die Pflanze oft stark zurückgeschnitten und der Schädlingsbefall so deutlich minimiert.

2. Zur eigentlichen Bekämpfung stehen den meisten Schädlingen als nachhaltige, biologische Gegenspieler Nützlinge zur Verfügung. Fast jeder Schädling lässt sich durch einen Nützling bekämpfen. Eine Fachberatung der Raumbegrüner und der anschließende gezielte Einsatz von Nützlingen sind eine gute Methode zur umweltschonenden Schädlingsbekämpfung. Nützlinge lassen sich auch sehr gut vorbeugend einsetzen, damit sich ein möglicher Schädlingsbefall gar nicht erst entwickeln kann.

3. Als dritte Möglichkeit gibt es noch wenige zugelassen Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingartenbereich, worunter Büroräume und Wintergärten fallen. Die monatlich aktualisierte Liste veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: https://apps2.bvl.bund.de/psm/jsp/index.jsp

 

Welche Schadbilder bei Pflanzen gibt es?

Die Ursache von Schadbildern an Pflanzen sind meist mikroskopisch klein oder spielen sich im nicht sichtbaren Wurzelbereich ab. So muss häufig vom oberen, grünen Teil der Pflanze anhand von Veränderungen der Blatt- oder Stammstruktur auf mögliche Schaderreger geschlossen werden.
Oftmals sind es auch Kulturfehler- und Pflegefehler, welche zur Veränderung der Pflanze führen. Zimmerpflanzen wurzeln in der Regel in einem relativ kleinen, abgeschlossenen Behälter, wodurch beispielsweise durch falsches Gießen schnell ein faulig-schlappendes Schadbild hervorrufen werden kann, dessen Ursache im Wurzelbereich liegt.
Auch Kälte und Zugluft können bei tropischen oder subtropischen Pflanzen zu verbrannten braun-schwarzen Blättern führen.
Saugende und stechende Schädlinge verändern die Blattstruktur durch ihre Tätigkeiten, was oftmals mit farblichen Veränderungen der Blätter und dem Ausscheiden von klebrigem Honigtau einhergeht.
Optimal für eine nachhaltige Pflanzengesundheit ist es, die Pflege der Pflanzen spezialisierten Raumbegrünern zu übertragen, welche solche Schäden entweder verhindern oder schnell erkennen und bekämpfen können.

 

Sansevieria in modernem Raumteiler

Was ist systemischer Pflanzenschutz?

Systemisch werden jene Pflanzenschutzmittel bezeichnet, welche mit dem Gießwasser ausgebracht und von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen werden. Auf diese Weise verteilen sich die Wirkstoffe in der Pflanze. Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren, nehmen das Mittel auf und sterben ab.
Für den Haus- und Kleingartenbereich, zu dem auch die Innenraumbegrünung zählt, gibt es allerdings so gut wie keine zugelassenen systemischen Pflanzenschutzmittel mehr. In den wenigen verbliebenen Präparten befindet sich derselbe Wirkstoff, gegen den viele Schädlinge inzwischen Resistenzen aufgebaut haben. Somit ist die Wirkung dieser Pflanzenschutzmittel fragwürdig. Langfristige Erfolge werden eher durch biologische Pflanzenschutzmaßnahmen erreicht.

 

 Eingießen von systemischen Mittel zum Pflanzenschutz

Wie werden Schilddläuse effizient bekämpft?

Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit wiederholten Einsatz von Florfliegenlarven möglich. Allerdings sollte vorher eine Spezialberatung in Anspruch genommen werden.
Eine chemische Bekämpfung ist auch möglich, sollte jedoch systemisch erfolgen. Zugelassene Mittel sind im Fachhandel zu erfragen.
Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis. Mit diesen lassen sich vor allem die jungen, noch mobilen Stadien bekämpfen. Eine wiederholte Anwendung ist daher sehr wichtig.
Auch Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schildläuse.

 Florfliege als Nützling

 Bildmaterial von: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

Welche Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es gegen Schmierläuse?

Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit dem Australischen Marienkäfer (Cryptolaemus mon-trouzieri) oder Schlupfwespen (Leptomastix) möglich.
Zur chemischen Bekämpfung eignen sich verschiedene Sprühpräparate, deren Zulassung jedoch immer weiter eingeschränkt werden.
Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis. Auch Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schmierläuse.

 

Wolläuse auf einer Pflanze

 Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

Was macht man gegen Springschwänze?

Springschwänze (Collembola) sind flügellose, nur 1–3 mm lange Urinsekten. Ihren Namen haben sie von ihrer Fähigkeit, mit Hilfe einer am Hinterleib angebrachten Sprunggabel mehr oder weniger große Sprünge zu machen. Als Bodenbewohner sind sie eher als nützlich einzustufen, da sie an der Umsetzung der organischen Substanz beteiligt sind.
An Zimmerpflanzen treten sie kaum als Schädling auf. Sie sind eher Anzeiger für Wurzelfäule aufgrund von Vernässung und bei Massenauftreten eben lästig. Nur bei sehr starker Massenvermehrung können die Collembolen neben dem abgestorbenen, faulenden Material gelegentlich auch gesunde Wurzeln anknabbern und dann auch als Schädlinge betrachtet werden.
Bei verstärktem Auftreten sollte unbedingt der Wurzelbereich kontrolliert werden, ob faulende organi-sche Substanz die eigentliche Ursache für das Auftreten der Springschwänze darstellt. Wenn der Wurzelraum wieder in einen optimalen Zustand gebracht wurde, erübrigen sich in der Regel direkte Bekämpfungsmaßnahmen. Bei Hydrokulturpflanzen hilft oft ein kurzfristiges vollständiges Überstauen, mit dem ein Großteil der Tiere ausgeschwemmt werden kann. Chemische Maßnahmen zeigen in der Regel keine ausreichende Wirkung, wenn nicht die Ursachen für die Wurzelfäule beseitigt werden.

 

verschlammtes Substrat

Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

Wie bekämpfe ich Trauermücken?

Das Auftreten dieser Schädlinge in Hydrokultur ist sehr ungewöhnlich, da sich ihre Larven (glasig, mit schwarzer Kopfkapseln) in der Regel von leicht zersetzbarer organischer Substanz ernähren. Meist gibt es Probleme bei Verwendung torfhaltiger Substrate und übermäßiger Nässe. Besonders gefährdet sind sehr junge Pflanzen.
Die Beseitigung der Futterquellen (d.h. des geschädigten Wurzelgewebes) sollte eine erste Behandlungsmaßnahme darstellen. Eine chemische Bekämpfung der eigentlich schädlichen Larven (Maden) ist bei Zimmerpflanzen kaum möglich. Sehr gut eignet sich der Einsatz von Nützlingen: Dabei haben sich insektenpathogene Nematoden (Fadenwürmer) im Bereich der biologischen Schädlingsbekämpfung bewährt.

 

Larve von Trauermücken

Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

Wie gehe ich gegen Schimmelbildung im Pflanzgefäß vor?

Verpilzungen von Substratoberflächen bei organischen Substraten (Blumenerden, Torf) kommen hin und wieder vor. Sie werden von Pilzen der Gattungen Plicaria, Peziza und Acremonium verursacht, die die Pflanzen allerdings nicht angreifen. Es ist eher ein ästhetisches Problem und möglicherweise auch ein Problem für Allergiker. Die Verpilzung wird vermutlich durch bestimmte Inhaltsstoffe des Substrates gefördert, außerdem durch feuchte und kühle Kultur.
Eine erste Gegenmaßnahme ist das Abtragen der obersten Substratschicht und mäßiges Gießen. Es hilft auch, wenn nur von unten gegossen wird. Die dann einseitig nach oben gerichtete Wasserbewegung führt mittelfristig dazu, dass sich an der Substratoberfläche hohe Salzkonzentrationen einstellen, die das Pilzwachstum beeinträchtigen.
Verpilzte Substratoberflächen bei Blähton haben sich bisher in keinem einzigen Fall bewahrheitet. Es handelte sich dabei stets um die täuschend ähnlich aussehende Ablagerung von Salzen. Dies ist ein na-türlicher und durchaus erwünschter Prozess. Auf diese Weise werden überschüssige Salze aus dem System entfernt. Wen es stört, sollte die oberste Blähtonschicht hin und wieder ausgetauscht werden.

 

Pflanzensubstrat für gesunde Begrünungen

Was hilft gegen Dickmaulrüssler?

In der Raumbegrünung sind die Larven der Dickmaulrüssler gefährlich. Sie befinden sich im Wurzelbereich von Erdpflanzen und fressen die Wurzelrinde ab. Die Pflanzen können keine Nährstoffe und kein Wasser mehr aufnehmen, werden braun und vertrocknen.
Eine gute und effektive Wirkung gegen diese Schädlinge sind Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die über das Gießwasser ausgebracht werden. Im Wasserfilm des Bodens bewegen sich die Nematoden zu den Larven der Dickmaulrüssler und töten diese ab. Gerne stehen Ihnen die Raumbegrüner mit Rat und Tat zur Verfügung.

 

Larve der Dickmaulrüssler fressen Pflanzenwurzeln

 Bildmaterial: Dipl.-Biol. Helge Arp, re-natur GmbH

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