Händler atmen erleichtert auf/ Einzelhandel läuft unter Sicherheitsmaßnahmen wieder an

Nicole Heyer und Rebecca Topel

Artikel aus der Sonderausgabe “Schaumburger Mutmacher” (Schaumburger Wochenblatt)

BÜCKEBURG (nh). Vorsichtig und zaghaft verläuft bei den meisten die Wiedereröffnung, mit gebührenden Sicherheitsmaßnahmen und Abstand. Doch das Stimmungsbild ist positiv, denn generell sei man froh, überhaupt wieder öffnen zu dürfen. Und auch für die Kunden ist es ein anderes, bisweilen verhaltenes Einkaufsvergnügen.

Gewöhnungsbedürftige Umstände

Zahlreiche Kunden sind am Montagvormittag mit Schutzmaske, einige sogar mit Handschuhen unterwegs. An fast allen Eingängen zu den Geschäften werden sie von Desinfektionsspendern empfangen, in vielen gelten nun verschärfte Regelungen bezüglich der maximalen Kundenanzahl im Geschäft. Im Magro-Einkaufscenter an der Langen Straße gestaltet sich dies schon etwas komplizierter: Das Kaufhaus darf nur unter strikten Auflagen eröffnen und pro Etage nur maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche vorhalten. Dementsprechend ist nur ein Eingang vom Dr. Witte-Platz geöffnet, dort werden Kunden von Verkäuferinnen in Empfang genommen. Diese vergeben Nummern auf laminierten Zetteln – maximal 20 Kunden pro Etage dürfen rein. Die Kunden schauen am Anfang noch irritiert, machen aber geduldig mit und warten, falls zu viele im Geschäft sind. „Beim Rausgehen geben sie die Nummer wieder ab, wir desinfezieren diese und so geht das dann weiter. Es ist zwar eine ungewohnte Situation, aber wir werden uns auch daran gewöhnen“, berichtet Sylke Meyer. Dies bestätigt auch Filialleiterin Astrid Lihra-Kurtz: „Wir schauen vorsichtig positiv auf die nächsten Tage und Wochen. Sicherlich wird es einige zeit dauern, bis man sich an die veränderten Umstände gewöhnt hat. Aber wir und auch viele Kunden sind froh darüber, dass es wieder weiter geht“.

Kreative Lösungen und Sicherheitsmaßnahmen


Die Kunden warten geduldig und halten Abstand zueinander. Dies lässt sich nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Geschäften der Bückeburger Innenstadt und drumherum beobachten. Der Gärtnereibetrieb und Pflanzenfachhandel Engel & Engelke durfte bereits etwas früher, gemeinsam mit den Baumärkten eröffnen. Tatsächlich die Pforten für Kunden geöffnet hat der Fachhandel aber erst seit vergangenen Donnerstag. Und auch hier gelten besondere Regeln für die Kunden: neben der obligatorischen Händedesinfektion werden Kunden durch die zum Teil abgesperrte Gärtnerei in einem neuen „Einbahnstraßensystem“ geleitet, dass unnötige Kundenbegegnungen untereinander und besseres Abstandhalten ermöglichen soll, zusätzliche Linien vorm Kassenbereich erinnern an den Mindestanstand. Die Mitarbeiter seien in ausführlichen Gesprächen vorab informiert worden und werden immer auf den neuesten Stand gehalten. „Die Kunden machen auch bisher gut mit und wir sind froh, wieder verkaufen zu dürfen“, berichtet Geschäftsführer Christian Engelke. Die Kunden seien dabei dennoch „total wild“ auf Farbe und Natur, und das in diesem Jahr wesentlich früher als sonst

Einkaufen mit Maske noch keine Normalität


Dennoch ist die veränderte Situation auch ungewohnt für die Kunden. Einige sind am Montag mit Maske unterwegs, doch bei weitem nicht alle. „Ich trage die Maske, um andere zu schützen. Aber wenn ich ehrlich bin, kommt es mir noch etwas seltsam vor und so, als ob mich alle anderen Kunden komisch ansehen würden“, berichtet ein junger Mann aus Bückeburg. Eine ältere Dame setzt ihre Maske erst unmittelbar beim Eintritt ins Geschäft auf: „Eigentlich wäre mir ohne lieber, aber meine Kinder bestehen darauf, wenn ich schon selbst einkaufen gehe“, sagt sie und rollt mit ihrem Einkaufswagen davon. Auf dem Boden zahlreicher Märkte und Geschäfte finden sich nun Hilfslinien, die das Abstandhalten erleichtern sollen. Doch beim Begegnen in den Gängen muss sich manchmal verständigt werden, um den Abstand einzuhalten. Während die meisten verantwortungsbewusst darauf acht geben, gibt es natürlich noch immer einige, die dicht vorbei drängeln und auch für einen Plausch mit dem Nachbarn eng zusammen stehen. Es wird wohl noch etwas dauern, bis sich wirklich alle an die neue Situation gewöhnt haben.

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Bild: Auch bei Engel & Engelke ist wieder offen – die Mitarbeiter wie hier Nicole Heyer und Rebecca Topel sind für Kunden da.

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